AUS DEM LOT DER KUNST
(Ausschnitt des Einleitungstextes aus dem Katalog "TransSubstanz" , 2003)
Deshalb davor, solange es geht: Spielen, mit
den „BROTMOBILEN und -AUTOS“. Brot ist in vielen seiner Erscheinungsformen
bespielbares Material. Die Gestalt ist
hier nicht die Regel für den Vollzug, denn Brot
ist hier nicht zum Essen, sondern zum Spielen
da. Hostien, Brot-Kanonenkugel, Brot-
Rennautos in einem Arenageviert oder etwa
ein ferngesteuertes "PANZERBROT" drehen den Nutzwert des Brotes als Tabubruch
zu makaber-witzigen Umkehrsymbolen
um.
"Brot und Spiele" wird in den Arbeiten von
Michael Kos zum reizvollen Spielbetriebmittel,
das gleichermaßen Ironie, Witz, Achtung und
Protest transportiert. Es ist ein ästhetisch einfach
nachvollziehbares, dem Zynismus der
Überflussgesellschaft in drastischer Form
Widerspruch leistendes Sozialspiel, ein Wertgegen-
Werte-Spiel, das nichts erklärt, eher, im
Sinne individueller Wahrnehmbarkeit, verklärt.
Doch ist ironischer Ästhetizismus nicht das
Spiel, das Michael Kos hier betreibt und in das
er uns hineinzieht. Vielmehr geht es um den
wirklichen Nutzen dessen, was darzustellen
ist, z.B. die Symbolisierung seines Kreislaufs.
©2003 Johannes Rauchenberger, Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten / Graz
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