BOXES
(Ausstellungstext, Museum der Stadt Lienz, Schloss Bruck, 2005)
Mit den BOXES unterläuft Kos eine weitere Standardbeschreibung der Steinbildhauerei: jener der Substraktion des Materials. Die Werkgruppe der Boxes ist ein Beispiel für die additiven Möglichkeiten des Materials.
Die gebaute Skulptur, die in Holz oder Metall geäufig ist, ist gerade in der Verwendung von Stein verblüffend.
Die minimalisierten Formen seiner Skulpturen laufen hier auf einen Archetypus hinaus: Ob BERLIN-BOX, PRIVATE BOX, DISKRETE BOX usw., ihre Grundform läßt jeweils die ganze Modulation anklingen, die mit dem Eingepackten, dem vor Blick und Zugriff zu Schützenden, also auch mit dem Geheimnis zu tun hat.
Was ist drin? Banales oder Wertvolles? Privates oder für die Öffentlichkeit Bestimmtes? Gefährliches Gut? Oder einfach Nichts?
Die BOXES sind verschlossen, auch im psychologischen Sinn verschlossen. Sie verraten sich nicht, spielen mit dem Vakuum einer genauen Definition und sind gerade dadurch offen für allerlei Assoziationen und Spekulationen.