SURROGATE

Die GESCHLICHTETE MALEREI bestimmt seit 2006 die malerische Arbeit von Michael Kos.
Sie ist mittlerweile in den Sammlungen des MMK Kärnten, der Stadt Wien, des Bundes, der burgenländischen Landesgalerie, der Strabag AG, der Fa. Würth und in einigen Privatsammlungen vertreten.

Kos nähert sich der Malerei von der Blidhauerei her, man merkt diese Provenienz seiner Malerei aufgrund ihrer Materialität und Objekthaftigkeit deutlich an.
Technisch gesehen entsteht geschlichtete Malerei durch eine serielle, lineare Anordnung von Kartonstreifen, die zuerst stirnseitig bemalt und dann in Rahmen zu filigranen Montagen zusammengefügt werden. Die Farbgebung entsteht entweder durch Verwendung von Acrylfarbe oder nutzt bereits vorhandene Druckfarben, bei letzterem kommen maßgeblich Landkarten zum Einsatz.

Es gibt also zwei Gruppen, die SURROGATE (Surrogat = Verdichtungsform), bei der die Bildsegmente durch Besprühen und Bemalen mit Acrylfarben gefertigt werden, und die MAPPINGS, die aus Faltung und Schlichtung von Landkarten und Stadtplänen entstehen.
Der starke Materialaspekt beider Gruppen mag als charakteristischer Ausgangspunkt eines “Bildhauermalers” gelten. Die Surrogate und Mappings sind äußerst materialintensiv, sie haben Körper, sind sind gleichermaßen Bilder wie Objekte. Dennoch wird die Materialität transzendent im Spiel der Beobachtung: Die Einzelsegmente lösen sich bei größerer Distanz auf und ergeben dann eine Malfläche, die de facto erst im Auge des Betrachters “fertig gesehen” wird. Dann erst erschließt sich die malerische Sinnlichkeit dieser Werkserie.

Die Bildebene der SURROGATE ergibt sich jeweils durch eine akribische Schlichtung vieler Einzelteile. Hier sind es stirnseitig mit Acrylfarben bemalte Kartonstreifen, die teilweise mit Tiefenunterschieden zu einer Komposition geschlichtet werden und somit in den seitlichen Ansichten unterschiedliche Farbimpressionen liefern.

Die Schlichtung selbst folgt zwar einem streng linearen Konzept, hat jedoch in ihrer sinnlichen Gestaltung die "idée vague" zum Ausgangspunkt. Der Prozess der Bildwirkung ist ein offener, der Zufall spielt eine kalkulierte Rolle, sowohl bei der Herstellung als auch bei der Ausstellung der Surrogate, da ihre malerische Imagination erst durch eine Synthese von Wahrnehmungsparametern erfolgt: Beobachterstandpunkt, Entfernung, Schattenwurf, Sehschärfe, Interferenzen usw.

 

 

 

Zur größeren Ansicht bitte Fotos anklicken!