SURROGATE
Die GESCHLICHTETE MALEREI (Surrogate, Verdichtungsformen) bestimmt seit 2006 die aktuelle, malerische Arbeit des Künstlers.
Technisch ist sie eine serielle, vertikale Anordnung, z. B. von Kartonstreifen, die in Boxes (aus Holz, Alu) zu filigranen Montagen zusammengefügt werden. Farbinformationen enstehen durch Verwendung eines Mediums der Farbscala (meist Acryl) oder von vorgefundenen Drucksorten.
Es gibt zwei Gruppen, die "Acryl-Surrogate", bei der die Bildsegmente durch Besprühen und Bemalen mit Acrylfarben gefertigt werden, und die "Mappings”, die aus Papierfaltungen entstehen.
Die Bildebene ergibt sich jeweils durch eine Schlichtung vieler Einzelteile, die einem strengen vertikalen Konzept folgt, aber in der sinnlichen Gestaltung die "idée vague" zum Ausgangspunkt hat.
D. h. der Prozess der Bildwirkung ist ein offener, sowohl beim Herstellen als auch beim Ausstellen der Surrogate, da deren malerische Imagination erst durch eine Synthese von Wahrnehmungsparametern erfolgt: Beobachterstandpunkt, Entfernung, Schattenwurf, Sehschärfe, Interferenzen usw.
Der materielle Aspekt ist Ausgangspunkt, die Surrogate haben Körper und sind objekthafte Bildträger. Dennoch wird die Materialität transzendent im Spiel der Beobachtung: Die Einzelsegmente lösen sich durch Abstand auf und ergeben eine Malfläche, die allerdings erst im Auge fertig wird und sich sehr mit dem jeweiligen Abstand und Winkel zu ihr verändert.
Bei den “Mappings” wird die semantische Dimension des verwendeten Materials zwar zitiert, aber nur, um sie umso deutlicher in ein Sinnspiel zu bringen, bei dem Verständnissinn und Wahrnehmungssinn changieren.
Durch minimale Verschiebung von visueller Information entstehen lineare Farbverdichtungen, die zwischen einer quasi-informativen und einer malerisch redundanten Lesbarkeit pendeln.
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